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Drechseln mit der Drechselmaschine

Auch wenn die erste bildliche Darstellung einer Drechselbank erst in einem ägyptischen Grab aus dem Jahr 300 v. Chr. Gefunden wurde, geht die Erfindung dieser bereits mehrere Jahrtausende in der Geschichte zurück.
Wurden die ersten Drechselbänke durch Seil und Bogen, später dann durch eine Fußwippe angetrieben, wird diese heutzutage natürlich mit Strom betrieben.

Verarbeitet wird auf der Drechselbank- oder maschine vorwiegend Holz. Aber auch aus Materialien wie Elfenbein, Bernstein und Horn werden wunderschöne Stücke gefertigt.

Der grundsätzliche Aufbau der Drechselmaschine hat sich in den ganzen Jahrtausenden nicht wesentlich verändert, was man an den Begriffen der einzelnen Bauteile erkennen kann, welche hier im Einzelnen beschrieben sind:

Spindelstock
Den Spindelstock, der meist aus Gusseisen gefertigt ist, findet man in der Regel auf der linken Seite der Drechselmaschine und besteht im Wesentlichen aus dem Lagerbock, der Spindel und Riemenscheiben. Die Spindel überträgt praktisch die Drehbewegung auf das Werkstück, welches mittels verschiedener Futter dort eingespannt ist.
Die Kraftübertragung erfolgt mittels Flach- oder Keilriemen, Schnur oder einem Getriebe.

Reitstock
Der Reitstock ist praktisch der Gegenhalter beim Langholzdrehen. Er ist über die gesamte Länge der Drechselmaschine verschiebbar und ist auch aus Gusseisen gefertigt. Mit einem Handrad oder einem Hebel wird das Werkstück zwischen Spindel- und Reitstock eingespannt.

Drehmaschinenbett
Das Drehmaschinenbett besteht aus zwei Wangen, die horizontal verlaufen und auf zwei Ständern befestigt sind. Da Gusseisen eine sehr hohe Standfestigkeit garantiert, werden auch diese Teile aus Gusseisen hergestellt. Die Wangen dienen der Führung der restlichen Bauteile.

Handauflage
Die Handauflage wird, angepasst an das zu fertigende Werkstück, an dem Drehmaschinenbett befestigt. Hier wird dann die Hand mit dem zu bearbeitenden Werkzeug aufgelegt. Die Handauflage ist in jede Richtung verschieb- und dann auch justierbar. Selbstverständlich besteht auch dieses Teil aus Gusseisen.

Desweiteren sind noch viele weitere Zubehörteile erhältlich, die ihren Einsatz aber meist für sehr spezielle Drechselarbeiten ihren Einsatz finden.


Mit der Drechselmaschine lassen sich mehrere Drechseltechniken anwenden.
An erster Stelle muss man das Langholzdrehen erwähnen. Hierbei werden zum Beispiel Treppenstäbe, Treppenpfosten, sowie Säulen und sogar Knöpfe oder Schreibgeräte gefertigt. Hierbei wird das eine Ende eines langen schmalen Holzes in die Spindelstock eingespannt und auf der anderen mit dem Reitstock festgehalten.
Während das Holzteil so gedreht wird bearbeitet der Drechsler dieses dann mit der Röhre und dem Meißel, was die typischen Werkzeuge für das Drechseln darstellen.

Die zweite Möglichkeit des Drechselns ist das Querholzdrechseln. Hier wird das Rohteil nur einseitig in das Futter eingespannt. Diese Methode eignet sich zum Drehen von Tellern und Schüsseln.

Natürlich kann man auch Reifen drehen und gewundene Stäbe, wie sie oft als Tischbeine und Bettpfosten verwendet werden.

Das Oval- und Passigdrehen sind zwei weitere Drechselarten, die jedoch sehr selten Anwendung finden.

Große Hersteller von Drechselmaschinen sind zum Beispiel Hans Schreiner, Artec und Jet.
Es gibt aber viele Künstler, die eher kleine Werkstücke fertigen und diese mit den einfachsten und billigsten Drechselmaschinen herstellen. Fragt man diese nach der besten Drehmaschine, bekommt man zur Auskunft, dass nicht die Drechselmaschine, sondern der Drechsler selbst für die Qualität seiner Arbeit verantwortlich ist.